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Börsenzeitschriften als Informationsquelle?

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Vor allem in Hausse-Phasen an der Börse sind Zeitschriften, die sich mit Finanzen und Investments beschäftigen, stark nachgefragt. Doch wie groß ist der Informationsgehalt wirklich? Wie nutze ich Börsenzeitschriften?

Welchen Stellenwert haben Börsenzeitschriften für mich? Kurz und knapp: Fast gar keinen! Ich schaue sie mir sehr gern an, um mir einen Eindruck zu verschaffen, was gerade Trend ist und welche Aktien gerade hochgejubelt werden. Mehr nicht. 

Börsenzeitschriften wollen in erster Linie eins: Ihre verkaufte Auflage steigern!

Früher waren Börsenbriefe das ganz große Ding. Der Platow Brief oder die Prior Börse zum Beispiel. Aber meistens funktionieren sie nach dem Verkaufsprinzip, welches im Print-Business nun einmal vorherrscht. Das bedeutet zum Beispiel, dass Anzeigenkunden besonders wohlwollend behandelt werden in der Berichterstattung. Oder dass genau die Aktien empfohlen werden, die gerade von den starken zu den zittrigen Händen wechseln sollen. Das ist meine persönliche Sicht der Dinge. Aber was meine ich damit genau? 

Börsenzeitschriften fachen das Feuer an, damit Privatanleger bestimmte Aktien kaufen!

Die großen Investmentfonds und Pensionskassen haben riesige Aktienbestände in ihrem Portfolio. Diese Portfolios werden von Profis gemanagt. Wenn diese Manager Aktienbestände reduzieren wollen in ihrem Fonds, dann können die nicht einfach so ein paar tausend Stück verkaufen. Das würde bei so großem Volumen dazu führen, dass die Kurse für die entsprechende Aktie fallen. Und das würde die Verkaufsgewinne für den Fondsmanager schmälern. Also werden Aktien gepusht von den Medien, damit die Privatanleger aufmerksam gemacht werden für diese Aktien. Aufgrund des erhöhten Kaufinteresses seitens der Privatanleger bleiben die Kurse dieser Aktien stabil oder steigen sogar. In diese Bewegung hinein verkaufen die Profis dann ihre Bestände – meistens über Tage und Wochen, damit die Kurse wie beschrieben nicht fallen durch diese Verkäufe.

Wichtige Zusammenhänge werden oft nur am Rande erwähnt oder weggelassen!

Auch in der Darstellung der Unternehmen arbeiten Börsenzeitschriften nicht so gründlich, wie es dem Thema entsprechend gemacht werden müsste. Es werden zum Beispiel Kriterien wie KGV oder Umsatzsteigerung kommentarlos in Info-Kästen erwähnt. Der Privatanleger nimmt dadurch aber nur selektiv bestimmte Kennzahlen auf und kann sie nicht in die richtige Verbindung bringen. 

Beispiel für oberflächliche Berichterstattung in vielen Börsenzeitschriften

Beispiel dafür ist die Erwähnung des KGV: Ein KGV von 7 klingt erst einmal sehr niedrig und sieht auch optisch nach einer günstigen Aktie aus. Das ist sie aber überhaupt nicht, wenn ich diese Kennzahl ins Verhältnis zum geschätzten Gewinnwachstum setze. Bei einem Gewinnwachstum von 20% wäre das KGV von 7 ein Zeichen dafür, dass es sich bei der Aktie um ein Schnäppchen handeln könnte. Ein geschätztes Gewinnwachstum von minus 20 % wiederum würde anzeigen, dass es sich um alles andere als ein günstig bewertetes Unternehmen/ Aktie handelt. 

Mein Fazit: Börsenzeitschriften sind gut, um die Stimmung festzustellen! Mehr nicht!

Fazit: Börsenzeitschriften sind für mich gut, um die allgemeine Stimmung an den Finanzmärkten mitzubekommen. Für eine Investitionsentscheidung braucht es bisschen mehr als Info-Texte und bunte Grafiken. Immerhin geht es um mein sauer erspartes Geld, dass ich investieren werde. Da sollte jeder etwas genauer analysieren, bevor er kauft.

Photo by Charisse Kenion on Unsplash

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