Reflexionen

Warum ich keine IPOs handle!

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Ich beteilige mich seit Ende der 1990-er Jahre grundsätzlich nicht mehr an IPOs. Warum nicht und was meine Gründe für diese Regel sind, erfahrt ihr in diesem kurzen Artikel.

Mit einem IPO (heißt übersetzt Initial Public Offering) wird auf gut deutsch der Börsengang eines Unternehmens bezeichnet. Aber warum investiere ich nicht direkt in IPOs? Meine Gedanken dazu sind folgende:

Das Pricing der Aktien vor einem Börsengang ist meistens sehr hoch – vor allem in Hausse-Phasen!

Die Aktien sind zum IPO extrem hoch gepreist von den Konsortialbanken. Das war früher nicht so. Aber die Banker sind gieriger geworden und der Druck, Gewinne zu erzielen, ist bei den Investmentbanken natürlich ebenso gestiegen. Diese Entwicklung lässt sich auch gut an der Anzahl der Unternehmen ablesen, die sogenannte „Unicorns“ sind, also Unternehmen mit mehr als einer Milliarde USD Marktkapitalisierung. Wohlgemerkt VOR dem Börsengang. Solche hohen Bewertungen von Unternehmen gab es früher nicht. Das ist ein Zeichen, dass diese Unternehmen schon vor dem Börsengang nach oben gepusht werden. Denn die fundamentalen Fakten lassen diese Bewertungen meistens nicht zu. Da ist also viel Phantasie im Geschäftsmodell des Unternehmens vorweggenommen. Deshalb stürzen die Preise auch meist ab nach dem Börsengang. Wenn man sich die IPOs der letzten Jahre anschaut, findet sich fast immer das gleiche Muster. 

Nächstes Problem: Lock up-Frist!

Weiteres Problem ist die sogenannte Lock up-Frist. Nach 6 Monaten schmeißen die Investoren und Business Angels, die vor dem Börsengang investiert haben, ihre Anteile auf den Markt. Das sorgt für großen Verkaufsdruck. Außerdem hat eine Aktie zum IPO und danach keine Historie. Es gibt keine Anhaltspunkte, weder im Chart noch bei den Fundamentaldaten, aus denen man eine Entwicklung extrapolieren kann.

Handelt ihr IPOs? Schreibt es in die Kommentare!

Photo by Joen Patrick Caagbay on Unsplash

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1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

Moin Tino,

mein erster und letzter IPO war der 2005 erfolgte Börsengang des Solarzellenherstellers Q-Cells.

Seinerzeit hatte ich während meines Zivildienstes die Financial Times durchblättert und bin dabei erstmals auf das ostdeutsche Unternehmen gestoßen.

Damals habe ich noch extra ein Depot bei meiner lokalen Dresdner Bank-Filiale eröffnen müssen, um mitzeichnen zu dürfen. Lustigerweise muss ich letztlich der einzige Kunde gewesen sein, der die mehrfach überzeichnete Aktie tatsächlich auch ins Depot bekam.

Wirklich lange bin ich jedoch nicht Aktionär von Q-Cells geblieben. So habe ich mich nach der ersten Kursverdoppelung wieder vom Unternehmen verabschiedet.

Trotz meiner kurzen, aber sehr erfolgreichen, IPO-Historie, habe ich nie wieder an einem Börsengang partizipiert. Man muss also nicht zwangsläufig einen Schaden erlitten haben, um sich nicht mehr an Erstnotierungen zu beteiligen.

– David

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