Reflexionen

Von der Schwierigkeit, antizyklisch zu denken!

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Es ist schwer, das Gegenteil von dem zu tun, was die Masse macht. Besonders schwierig wird es, wenn es dabei um Investments in Unternehmen geht. Der größte Fehler, den Anleger machen ist, den derzeitigen Trend in die Zukunft fortzuschreiben. Denn nichts in der Natur verläuft linear. Alles geschieht in Zyklen.

Superhausse seit 2209: Die beste aller Welten an der Börse!

Momentan erleben wir die beste aller Welten an den Börsen. Unaufhörlich verzeichnen die großen Indizes neue Höchststände. Wer nicht investiert ist, wird nervös beim Blick auf die Kurse. Noch aufspringen auf den fahrenden Zug? Das ist FOMO in Reinkultur! Die Möglichkeit, dass Zukunft ganz anders aussieht als die Vergangenheit, kommt den meisten Anlegern nicht in den Sinn.

Jüngste Ereignisse beeinflussen unsere Wahrnehmung!

Damit ist übrigens der sogenannte „Rezenzeffekt“ umschrieben. Dieser Begriff sagt aus, dass Investmententscheidungen zum größten Teil durch jüngste Ereignisse und Wahrnehmungen beeinflusst sind. Wenn die Märkte in den letzten Wochen und Monaten gestiegen sind, dann gehen die meisten davon aus, dass es auch in den kommenden. Wochen und Monaten so sein wird.

Für diejenigen, die seit Jahren investiert sind und zum Teil auf erheblichen Buchgewinnen sitzen, ist die Sache auch nicht einfacher. Die einseitige Wahrnehmung der unaufhörlich nach oben tendierenden Märkte führt auch bei ihnen dazu, dass sie ihre aktuelle Wahrnehmung (steigende Kurse und Gewinne im Aktiendepot) unendlich in die Zukunft fortschreiben. Genau hier lauert die große Gefahr.

Harry Markowitz, der die moderne Portfolio-Theorie maßgeblich geprägt hat, sagt im Buch „Unangreifbar“ zu Tony Robbins:

„Der größte Fehler, den alle Kleinanleger machen ist, in aufsteigenden Märkten zu kaufen, und zwar in der Annahme, sie würden weiter steigen – und zu verkaufen, wenn der Markt fällt, in der Annahme, dass er noch weiter fallen wird.“

Harry Markowitz (Zitat aus dem Buch “Unangreifbar” von Tony Robbins)

Investmententscheidungen sind immer individuell!

Natürlich ist die Entscheidung, wie man bei seinen persönlichen Finanzen vorgeht, immer individuell und hängt von vielen einzelnen Kriterien ab. Wer vor einem Jahr mit Sparplänen angefangen hat zu investieren, für den stellt sich die Frage, ob der Markt weiter steigt oder fällt, überhaupt nicht. Der macht einfach weiter und investiert monatlich einen festen Betrag. 

Wer allerdings nennenswerte Buchgewinne bei einzelnen Aktien oder Sparplänen erzielt hat, der darf/ muss darüber nachdenken, wie er seine Investments in den nächsten Monaten managt. Gerade das Jahresende bietet sich an, die Aktiendepots zu analysieren und ein paar strategische Überlegungen anzustellen. Dazu gehört übrigens auch der steuerliche Aspekt. Habe ich zum Beispiel in diesem Jahr bereits Gewinne bei Aktienverkäufen versteuert und kann diese mit anderen Werten, die im Verlust notieren, ausgleichen? Habe ich meinen Freibetrag ausgeschöpft oder ist da noch „Luft“? 

Wie manage ich meine Investments?

Ich für meinen Teil scanne zur Zeit meine Depots durch nach Aktien, die besonders gut oder besonders schlecht gelaufen sind. Ich habe für diesen Auswahlprozess ähnliche Kriterien wie für einen Einstieg in eine Aktie. 

Ich habe bereits einige Werte aus meinem Real Money-Depot verkauft, u.a. Sberbank, Compass Minerals, IBM oder Iron Mountain. Es werden in den nächsten Wochen noch einige weitere Verkäufe stattfinden. Meine Cash-Quote liegt bei über 30% und wird sich wahrscheinlich weiter erhöhen. Damit fühle ich mich gut vorbereitet, um hervorragende Unternehmen zu kaufen, wenn sie zu Discountpreisen angeboten werden. 

Entgangene Kursgewinne und Dividenden sind die logische Konsequenz, wenn du Aktien verkaufst. Aber ich kann nicht alles haben!

Tino via finlog

Ja, ich verpasse durch meine Verkäufe eventuelle weitere Kursgewinne. Und ich verzichte auch auf anstehende Dividendenzahlungen. Aber ich kann eben auch gut schlafen, wenn die Märkte mal korrigieren. Ich bin dann nicht komplett investiert und habe finanzielle Reserven. Diese Cash-Reserven sorgen dafür, dass ich handlungsfähig bleibe.

Das ist keine Empfehlung! Jeder muss das für sich entscheiden. Aber wer wie ich zwei Mal Kursrückgänge an den Finanzmärkten von 50% miterlebt hat, der wird etwas vorsichtiger. 

Photo by Tim Evans on Unsplash

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