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Funktioniert die Greenblatt-Formel? Der Praxistest startet heute!

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Wie findet man Aktien von Unternehmen, die in Zukunft eine Outperformance versprechen? Gibt es Filter, die man anwenden kann ohne größeren Aufwand? Gibt es Filter, die auf wenigen Variablen beruhen und trotzdem erfolgversprechend sind? Bei der Suche nach Antworten auf diese Fragen bin ich auf die simple Filter-Methode von Joel Greenblatt gestoßen.

Simpel, aber gut: die Greenblatt-Formel funktioniert mit nur zwei Kriterien!

Joel Greenblatt von Gotham Capital verwendet eine Art Vorfilter, um Aktien zu finden, die aktuell eine gewisse Unterbewertung aufweisen bei gleichzeitiger hoher Profitabilität. Dazu verwendet er zwei einfache Kriterien: den ROIC – den Return of Investing Capital und das KGV – das Kurs-Gewinn-Verhältnis. Der ROIC ist die Rendite, die ein Anleger für seine Investition in die Aktie eines Unternehmens erhält. Gebe ich einem Unternehmen einen Dollar Investitionskapital und der ROIC beträgt 25 %, dann erwirtschaftet das Unternehmen für mich nach einem Jahr eine Verzinsung meines Kapitals von 25 Cent. Unternehmen mit hohen Renditen auf das investierte Kapital sind wahrscheinlich die, die über ein starkes Geschäftsmodell und einen wirtschaftlichen Burggraben verfügen. Damit ist es unwahrscheinlich, dass man in eine „Werte-Falle“ gerät.

Das KGV verwendet er klassisch, das heißt, er sucht nach Aktien mit einem besonders niedrigen KGV. Anschließend filtert er nach Unternehmen mit einem hohen ROIC.

Für einen Kauf kommen bei dieser einfachen Bewertungsmethode die Unternehmen in Frage, die die beste Kombination aus beiden haben – also niedriges KGV und hoher ROIC. Um den Zufall halbwegs auszuschließen, habe ich noch ein weiteres Kriterium hinzugefügt. Die Marktkapitalisierung habe ich auf mindestens 2 Mrd. USD gesetzt. Damit schließe ich small und micro caps von vornherein heraus.

Musterdepot für die Greenblatt-Formel startet heute!

Ich habe das für ein Musterdepot am 1. Juli 2019 vor Börseneröffnung in den USA angewendet bei Einsatz von mindestens 25 % ROIC und einem P/E kleiner 10. Folgende Aktien habe ich gefunden mit dem Screener von www.finviz.com:

  • Cleveland-Cliffs Inc. (Dividendenrendite 2,25 %)
  • GraveTech International Ltd. (Dividendenrendite 2,96 %)
  • HP Inc. (Dividendenrendite 3,08 %)
  • Micron Technology (Dividendenrendite 0 %)
  • Seagate Technology (Dividendenrendite 5,35 %)
  • Synchrony Financial (Dividendenrendite 2,42 %)
Das sind die sechs Unternehmen, die ich mit dem Aktienscreener von finviz heute am 1.7.2019 gefunden habe mit Anwendung der genannten Kriterien.

Ich werde mir die Performance dieser Aktien in den nächsten Monaten (einschließlich der gezahlten Dividenden) genau anschauen und abschließend berichten, wie die Greenblatt-Formel in der Praxis funktioniert. Ich bin gespannt. Wer das Ganze ebenfalls ausprobieren möchte, könnte zum Beispiel einen anderen Markt dafür verwenden. Vorstellbar wäre ein Einsatz im DAX/ MDAX oder im Euro Stoxx. 

Photo by Lukas Blazek on Unsplash

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