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John Templeton: Die wichtigsten 12 Investmentregeln!

4 Kommentare

John Templeton ist einer der ganz großen Investoren im Börsengeschäft. Seine 12 Investmentregeln beinhalten die ganze Erfahrung und besondere Herangehensweise dieses großen Investors des vergangenen Jahrhunderts. Heute denken viele, dass die alten Regeln keine Gültigkeit mehr haben. Das ist bedauerlich. Aus der Vergangenheit lernen, um die Zukunft zu meistern gilt überall – auch an der Börse.

Ich habe gerade das Buch von William Green „Richer, wiser, happier“ beendet. Ein großartiges Buch. Darin werden die maßgeblichen Eigenschaften und Denkweisen großer Investoren sehr anschaulich und intelligent beschrieben. Der Inhalt des Buches speist sich aus den vielen Interviews, die Green in den letzten 25 Jahren mit verschiedenen großen Investoren geführt hat. Die Essenz dieser Interviews hat er in seinem Buch zusammen gefasst. 

John Templeton darf in dieser illustren Riege von außergewöhnlichen Investoren natürlich nicht fehlen. Es steht außer Frage, das Templeton zu den ganz großen Investoren des vergangenen Jahrhunderts gehört. Interessant ist, dass Green ihn zu der Zeit, als er ihn interviewt hat (in den 1990-er Jahren), Anmerkung) falsch eingeschätzt hat. 

Im Anhang seines Buches weist er darauf hin, dass er es bereut, so engstirnig und arrogant gewesen zu sein gegenüber den Gedanken und Prinzipien von Templeton. Zugegeben sind diese Prinzipien für jemanden, der vollkommen unbeschwert in so ein Gespräch geht, nicht unbedingt leicht zu verstehen. Warum es wichtig ist, dass die persönlichen Glaubenssätze übereinstimmen sollten mit dem Investieren an der Börse, kannst du in diesem Artikel lesen.

Ich bin heute viel aufgeschlossener gegenüber Templetons Büchern, als ich es vor zwei Jahrzehnten war, als ich sie zum ersten Mal gelesen habe. Zum Beispiel beeindruckt mich heute „Wisdom from World Religions“ als eine besonders wertvolle Zusammenstellung von 200 ewigen spirituellen Prinzipien, die Templeton als das Regelwerk, nach dem wir leben sollten ansah. Als ich das Buch vor ein paar Jahren wieder gelesen habe, fühlte ich Schamesröte in mein Gesicht aufsteigen und ich habe tatsächlich laut gestöhnt, als ich erkannte, wie engstirnig ich gewesen war und wie viel ich von ihm hätte lernen können. Ich war einfach zu beschränkt und zu voreingenommen, um zu sehen, was alles hinter seinem Erfolg und seiner Lebensfreude steckt. 

William Green

Templeton war zeit seines Lebens ein sehr spiritueller Mensch und hat sich unter anderem mit Gedankenkontrolle beschäftigt. Die Ursprünge dieses Interesses gehen bis auf seine Kindheit zurück. Er hat diese spirituellen Einflüsse auch bei seinen Investments einbezogen. Er wollte sich im Einklang mit seiner spirituellen Seele führen bei dem, was er an der Börse tat. Seiner Performance hat es nicht geschadet. John Templeton erzielte über einen Zeitraum von 38 Jahren eine annualisierte Rendite von 15%.

Gedankenkontrolle klingt erst einmal merkwürdig. Dabei ist es bei näherer Betrachtung eine nachvollziehbare Herangehensweise. Ihr zugrunde liegt die Ansicht, dass unser Bewusstsein die Realität formt. Wenn wir Dinge und Ereignisse im außen wahrnehmen, dann muss man zuerst einmal festhalten, dass diese Ereignisse – zum Beispiel fallende Aktienkurse oder der platte Reifen bei einer Radtour – einfach nur sind. Sie sind für sich, sie passieren einfach so ohne Vorankündigung. Dinge, die wir betrachten, existieren auch ohne uns. Überhaupt nehmen wir ja nur die Dinge wahr, die wir sehen oder mit denen wir uns beschäftigen. Aber die Dinge, die wir nicht sehen, weil wir uns gerade nicht mit ihnen beschäftigen, die sind trotzdem da. Nur eben außerhalb unserer Wahrnehmung.

Das eigentlich Interessante ist aber, dass wir diesen Dingen und Ereignissen durch unsere Beurteilung erst einen Bezug zu uns geben. Und je nachdem, wie wir die Dinge und Ereignisse beurteilen, verändert sich auch das Ding und das Ereignis an sich. Sind wir schlecht gelaunt und niedergeschlagen, bekommen Dinge und Ereignisse um uns herum einen negative Ausstrahlung. Unsere innere Einstellung wird von dem, was wir betrachten, gespiegelt. Anders herum genauso: Betrachten wir die Dinge um uns herum mit Zuversicht, gutgelaunt und motiviert, dann kommt genau dieser Eindruck von den Dingen und Ereignissen gespiegelt zu uns zurück. Das soll nur ein kleiner Ausflug meinerseits sein, wie ich den Begriff Gedankenkontrolle verstehe. Mein Artikel zu dem Gesetz der Anziehung bei der Geldanlage beschäftigt sich ebenfalls damit.

Ich habe auch eine kleine Verbindung zur Investmentgesellschaft von John Templeton. Als ich 1996 anfing zu investieren, gab es in Deutschland noch keine ETFs und man musste, wenn man Sparpläne initiieren wollte, diese bei amerikanischen Fondsgesellschaften abschließen. Das wurde von Vermögensberatern vermittelt, die an diesen Geschäften sehr gut verdient haben, denn der Ausgabeaufschlag bei Kauf der Fondsanteile lag über 5%. Wie ist der Zufall wollte, wurde mir der Templeton Growth Fund angeboten und ich habe einen Sparplan auf diesen begonnen. Es war ein guter Deal für mich trotz der hohen Kosten, denn dieser Fonds performte über die Jahre außergewöhnlich gut und ich habe mit diesen regelmäßigen Sparplan-Einzahlungen eine gute Rendite erzielt über die Jahre. Vom Namensgeber meines Fondssparplans wusste ich zu der Zeit gar nichts. Mein Interesse für die Börse kam erst später. Aber mein Start an der Börse mit diesem Fonds war im Nachhinein betrachtet nicht der schlechteste.

John Templeton: Universelle Regeln – nicht nur für das Investieren!

Die nachfolgenden Regeln kennzeichnen den Investment-Stil von Sir John Templeton und sind auch heute noch so aktuell, dass jeder ernsthafte Investor sie kennen sollte. Es sind Regeln, die letztendlich die Quintessenz dessen ausmachen, was man mit langfristigem Vermögensaufbau und Reichtum verbindet. Es sind im Sinne von John Templeton universelle Lebensregeln, die dauerhaft Gültigkeit haben und jeder kurzfristigen Mode widerstehen. 

John Templeton: Seine 12 wichtigsten Investmentregeln!

  • Bullenmärkte werden durch Pessimismus geboren, wachsen durch Skepsis, reifen durch Optimismus und sterben durch Euphorie.
  • Die vier teuersten Worte in der englischen Sprache lauten: „This time it’s different“.
  • Geraten Sie nicht in Panik. Die Zeit zum Verkaufen ist vor dem Crash, nicht danach.
  • Zu kaufen, wenn andere verzagt verkaufen, und zu verkaufen, wenn andere gierig kaufen, erfordert die größte Tapferkeit und bringt die größte Belohnung.
  • Wenn Sie wirklich wohlhabend werden wollen, müssen Sie Ihr Geld für sich arbeiten lassen.
  • Schieben Sie das Vergnügen auf, bis die Arbeit erledigt ist.
  • Wenn Sie einen Dollar verdienen und einen Dollar zehn ausgeben, sind Sie ein Versager. Aber wenn du einen Dollar verdienst und neunzig Cent ausgibst, bist du auf dem Weg zum Erfolg!
  • Ein übermütiger Ansatz beim Investieren wird wahrscheinlich eher früher als später zu einer Enttäuschung, wenn nicht gar zu einer Katastrophe führen.
  • Konzentrieren Sie sich auf den Wert, denn die meisten Anleger konzentrieren sich auf Aussichten und Trends.
  • Der beste Zeitpunkt zum Investieren ist, wenn man Geld hat.
  • Der einzige Grund, eine Aktie jetzt zu verkaufen, besteht darin, andere, attraktivere Aktien zu kaufen. Wenn Sie keine attraktiveren Aktien finden können, halten Sie an dem fest, was Sie haben.
  • Verzeihen Sie sich Ihre Fehler. Lassen Sie sich nicht entmutigen und versuchen Sie erst recht nicht, Ihre Verluste durch das Eingehen größerer Risiken wettzumachen.

Quelle: Financially Savvy @Twitter

Photo by Aaron Burden on Unsplash

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4 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Florian Schneider
    Juli 15, 2022 1:56 pm

    Wieder ein super interessanter Artikel mit zeitlosen Regeln fürs Leben auch außerhalb der Börse.
    Gedankenkontrolle ist ein spannendes Feld, das sich gut ebenso auf alle Bereiche übertragen lässt. Trader sprechen z.B. von „Tilt“ gehen, wie damals beim Flipper Automat. Das führt zu unüberlegten Handlungen, Revenge Trading, etc. Um ein besserer Mensch und auch Anleger zu werden sollte man sich mit solchen Konzepten beschäftigen und seine Lehren ziehen.

    LG
    Flo

    Antworten
  • Danke, Florian, für deinen Kommentar. Es ist ein schwieriges Geschäft, sich mit solchen Konzepten zu beschäftigen, aber definitiv lohnenswert. Für kurzfristig agierende Trader mMn Pflichtprogramm!

    Antworten
  • „Überhaupt nehmen wir ja nur die Dinge wahr, die wir sehen oder mit denen wir uns beschäftigen. Aber die Dinge, die wir nicht sehen, weil wir uns gerade nicht mit ihnen beschäftigen, die sind trotzdem da. Nur eben außerhalb unserer Wahrnehmung.“

    Diese Passage ist mal wieder eine für die Ewigkeit!

    Die Welt in der wir denken ist die Welt in der wir leben und nur wer das verstanden hat kann echten Einfluss auf das eigene Handeln nehmen.

    Toller Beitrag wie immer.
    Grüße
    Jay

    Antworten

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