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Nachhaltiges Investieren: Von den Schwierigkeiten einer einfachen Sache!

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Nachhaltiges Investieren klingt ganz einfach. Man kauft Aktien von Unternehmen, die bei ihren Produkten und Dienstleistungen darauf achten, dass der komplette Ablauf nachhaltig, ökologisch und Ressourcen schonend abläuft. Doch so einfach ist es eben nicht.

Seit den frühen 2000-er Jahren ist nachhaltiges Investieren ein Thema bei Vermögensverwaltungen und Fondsanbietern. Anfangs ging man ganz pragmatisch vor bei der Auflage von entsprechenden Produkten. Bestimmte Branchen und Produkte wurden ausgeschlossen – beziehungsweise die Unternehmen, die solche Produkte herstellten. 

Nachhaltig investieren: Aller Anfang ist schwer!

Da die meisten großen Unternehmen aber reichlich diversifiziert sind bei ihren Produkten, blieben bei Anwendung einer solchen Radikalkur kaum noch Unternehmen übrig, in die man investieren konnte beziehungsweise die börsennotiert waren. Da das Thema aber zu wichtig wurde, entwickelte die Finanzindustrie die nächste Entwicklungsstufe – den „Best-in-Class“-Ansatz. Dabei kamen für ein Investment nur solche Unternehmen in Frage, die den geringsten Grad von sozialer und ökologischer Beeinträchtigung aufwiesen. 

Impact Investing: Die nächste Stufe beim nachhaltigen Investment integrierte den sozialen Nutzen!

Folgerichtig hat sich daraus das so genannte „Impact-Investing“ entwickelt. Dabei beurteilt man die in Frage kommenden Investments nicht nur nach den üblichen Kriterien Nachhaltigkeit, ökologischer Bilanz und dem schonenden Einsatz von Ressourcen, sondern packte oben drauf noch den sozialen Aspekt. Damit ist gemeint, dass Unternehmen nur nachhaltig sind, wenn sie einen sozialen Nutzen erfüllen. Anders gesagt: Wenn die Produkte oder Dienstleistungen solcher Unternehmen Dinge zum Positiven verändern. 

Wie misst man den sozialen Nutzen eines Investments?

Die Frage ist: Wie misst man den sozialen Nutzen eines Unternehmens? OK, es schafft Arbeitsplätze und zahlt Steuern. Aber die Frage zielt tiefer. Denn durch die Erweiterung des Begriffes „Nachhaltigkeit“ bezüglich sozialer Aspekte besteht konkret das Risiko, dass man tief in die PR-Kiste greift, um tolle Stories zu kreieren. Mit diesen gaukelt man der Öffentlichkeit und dem interessierten Anleger vor, dass es sich um ein rein ökologisch und nachhaltig agierendes Unternehmen handelt. Wer die Macht von Propaganda kennt, ahnt, dass hier große Gefahren lauern. Steht vielleicht auf dem Etikett etwas ganz anderes, als tatsächlich drin ist?

Wer nachhaltig investieren möchte, muss Abstriche bei der Rendite machen!

Abschließend wirft der Begriff „soziale Rendite“ noch eine weitere Frage auf: Was ist der Anleger oder Investor bereit aufzugeben? Mit Aufgeben ist der Verzicht auf Performance gemeint. Es mag Menschen geben, die leicht auf Gewinne in einem solchen Fonds verzichten, wenn damit neben den bewährten und schon genannten Kriterien auch der soziale Friede positiv gestärkt wird. Es gibt aber bestimmt auch diejenigen, die dazu nicht bereit sind. Wie löst man bei der Auflegung solcher Fonds oder ETFs diesen Konflikt?

Nachhaltige Investments: Positive Entwicklung, aber noch viele Unklarheiten!

Der Ansatz von nachhaltigen Investmentvehikeln ist grundsätzlich gut. Doch es gibt einige Punkte, die bis dato ungeklärt sind. 

Zum einen ein möglicher Etikettenschwindel. Anlageprodukte werden als „Öko“ verkauft und sind es gar nicht. Zweitens ist unklar, auf wieviel Rendite-Punkte ein Anleger verzichtet, wenn er in solche Fonds investiert. Verzichtet er mit gutem Gewissen, weil Gutes damit gemacht wird oder ist das Ganze nur ein Trick des Fonds-Managements, um dem Anleger zusätzliche Gebühren abzuluchsen? Es bleibt schwierig für Anleger, die in nachhaltige Fonds oder ETFs investieren wollen.

Photo by Karsten Würth (@karsten.wuerth) on Unsplash

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Investieren ist das neue Trading! Nach 20 Jahren Börse agiere ich gelassener, geduldiger und smarter. Möglich geworden durch eine neue Sichtweise und einen guten Plan. In meinem Blog philosophiere ich regelmäßig über Börse, Finanzen, passives Einkommen, Wissen und Tun, meine Investments, Aktien und langfristigen Vermögensaufbau.

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