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Erfolgstagebuch: „Wer schreibt, der bleibt!“

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Nicht nur professionelle Schreiberlinge kennen diesen Spruch. Auch diejenigen, die sich mit Persönlichkeitsentwicklung und dem richtigen Mindset beschäftigen, stoßen irgendwann einmal auf dieses Phänomen – die effektive Verinnerlichung von etwas Gelerntem durch (handschriftliches) Aufschreiben, zum Beispiel in einem Erfolgstagebuch.

Bei mir funktioniert diese Methode seit meiner Jugend hervorragend. Wie so viele im Teenager-Alter habe ich irgendwann angefangen, ein Tagebuch zu schreiben. Daraus wurde viele Jahre eine meiner liebsten Beschäftigungen, der ich regelmäßig, beinahe täglich, nachging. 

Erfolgstagebuch: Meine Glaubenssätze und mein Leitbild wurden durch Aufschreiben geformt!

Was ich erst später feststellte, war, dass ich durch das Notieren meiner Gedanken einen Weg gefunden hatte, um mir über viele Dinge (vor allem über mich) klar zu werden. Ich denke, dass ich meine Glaubenssätze und mein Leitbild zu dieser Zeit geformt habe. Das Niederschreiben von allem, was ich beobachtete, hörte, sah und dachte, formte aber nicht nur meine Persönlichkeit, sondern es passierte noch etwas anderes.

Ich konnte mir die Dinge, die ich aufschrieb (und das waren viele verschiedene Sachen) viel besser merken und das Gemerkte auch anwenden. Ich profitierte von meinen Notizen im praktischen Sinne, weil ich in bestimmten Situationen feststellte, dass ich diese irgendwie schon vorweggenommen hatte beim Schreiben.

Schreiben vereinfacht komplexe Zusammenhänge!

Die Methode des Schreibens habe ich bis heute beibehalten. Komplexe und neue Sachverhalte schreibe ich in meine Notizbücher, um sie zu verinnerlichen. Um sie wirklich zu verstehen, und zwar so zu verstehen, dass ich dieses neue Wissen anwenden kann. Beim Trading und bei meinen Investments hat mir das Aufschreiben der Kriterien, der Zweifel und der Methodik enorm geholfen, ein besserer Investor zu werden. 

Der Rückblick auf Situationen, die nicht mehr zu ändern sind, führt zu negativem Stress!

Nassim Taleb schreibt im Zusammenhang mit dem Investieren an den Finanzmärkten in seinem Buch „Der Schwarze Schwan“ folgendes: „Leute in Berufen mit hohem Zufallsgrad (wie in den Märkten) leiden oft besonders stark unter den giftigen Auswirkungen von Stichen, die sich beim Rückblick einstellen: Ich hätte mein Portfolio beim Höchststand verkaufen sollen, diese Aktie hätte ich vor Jahren ganz billig kaufen können, und dann würde ich heute ein tolles Cabrio fahren usw. Falls das Ihr Beruf ist, könnten Sie das Gefühl haben, einen Fehler gemacht zu haben oder, was noch schlimmer ist, dass Fehler gemacht wurden, als Sie es unterließen, für Ihre Investoren das Pendant zu dem Los bei der Lotterie, auf das dann der Hauptgewinn fiel, zu erwerben, und das Bedürfnis verspüren, sich für Ihre (im Rückblick) rücksichtslose Anlagestrategie zu entschuldigen.“

Dieser Blick in den Rückspiegel ist frustrierend. Ich habe diese Phase zum Glück überwunden. Ich kümmere mich um die Dinge, die ich aktiv beeinflussen kann. Der Blick zurück im Sinne, etwas Nicht-Getanes zu bereuen, zermürbt einen und sorgt für negativen Stress. Der Blick zurück, um aus vergangenen Fehlern zu lernen ist hingegen eine gute Methode, um besser zu werden. Womit wir wieder beim Führen eines Erfolgstagebuchs sind, in das man seine Gedanken und Überlegungen notiert. Aufschreiben sorgt für Struktur im Denken!

Wer seine Gedanken und Überlegungen aufschreibt, empfindet unmittelbar mehr Zufriedenheit und weniger Schuldgefühle!

Noch einmal ein Zitat aus Kasim Talebs Buch „Der Schwarze Schwan“: Es hat keinen Sinn, wissentlich vermeiden zu wollen, daran zu denken. (…) Eine bessere Lösung ist, das Ereignis unvermeidlicher erscheinen zu lassen. Mann, das musste doch zwangsläufig passieren, es ist sinnlos, sich damit herumzuquälen! Wie können Sie das machen? Mit einer Erzählung. Patienten, die jeden Tag 15 Minuten dafür aufwenden, ihre täglichen Probleme schriftlich darzulegen, fühlen sich im Hinblick auf das, was ihnen widerfahren ist, tatsächlich besser. Sie haben dann nicht so große Schuldgefühle, weil sie gewisse Ereignisse nicht verhindert haben, sie fühlen sich dafür nicht so verantwortlich. Es sieht so aus, als hätten sie zwangsläufig passieren müssen. 

Beantworte deine Fragen schriftlich in deinem Erfolgstagebuch und du verstehst die Zusammenhänge besser!

Letztendlich ist dieser Blog auch nur eine Art „öffentliches“ Finanz-Tagebuch. Deshalb auch der Name Finlog = Finanz-Logbuch. Ich gebe hier selten absolute und endfertige Resultate meiner Investitionen und Trades zum besten, sondern ich schreibe unter anderem, um mehr über mich zu lernen. Warum wende ich die BMIF-Methode an, um eine Aktie zu analysieren? Warum verwende ich dieses oder jenes Marktzyklus-Modell? Wie wichtig sind Dividendenerträge für mich? … Die Liste ließe sich endlos fortsetzen.

Jeder lernt anders! Meine Methode heißt: Aufschreiben! Die Vorteile sind enorm!

Ich empfehle die Vorgehensweise des Aufschreibens allen, die noch nicht ihren eigenen Weg gefunden haben, wie sie am besten lernen. Jeder lernt anders. Jeder favorisiert andere Mittel, um Gelerntes zu verinnerlichen und dauerhaft im Gedächtnis zu behalten.

Ich persönlich lerne Neues am besten, wenn ich über etwas schreibe, das ich gehört oder gelesen habe. Der kreative Prozess des Schreibens sorgt dafür, dass ich mich konzentrieren und strukturiert an das Thema herangehen muss. Weiterer Vorteil: Ich kann mir das, was ich aufgeschrieben habe, für sehr lange Zeit merken! Wenn ich das so schreibe, dann muss ich korrigieren: Eigentlich kann ich mir Geschriebenes für immer merken!

Handschriftliche Aufzeichnungen in einem Erfolgstagebuch sollen sogar noch besser funktionieren, wie Studien bewiesen haben. Zugegeben, die Zeiten, als ich meine Tagebücher handschriftlich verfasst habe, sind lange her. Ich habe allerdings letztes Jahr zu Weihnachten ein schönes, in Leder gebundenes Notizbuch vom Weihnachtsmann bekommen. Dieses nutze ich, so oft ich kann. 

Erfolgstagebuch: Schreibe und du wirst verstehen! 

Vielleicht ist es ein mögliches Ziel für dich, im neuen Jahr diese Methode des „Wer schreibt, der bleibt“ einmal zu testen. Probiere es einfach einmal aus! Wenn du etwas Interessantes oder Nützliches liest, dann schreibe es mit deinen Worten in deinem Erfolgstagebuch auf. Der Erfolg ist verblüffend. Du kannst dir das Gelesene viel besser merken und wirst es auch nicht so schnell vergessen. Kombinierst du diese Vorgehensweise mit der praktischen Anwendung des Gelernten (und selbst Aufgeschriebenen), werden sich deine Fähigkeiten, was deinen Umgang mit Wissen angeht, um ein Vielfaches verbessern.

Wie lernst du am besten? Hast du die Methode des Schreibens schon probiert? Was sind deine Erfahrungen? Führst du ein Erfolgstagebuch? Schreib es in die Kommentare!

Photo by Thought Catalog on Unsplash

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Investieren ist das neue Trading! Nach 20 Jahren Börse agiere ich gelassener, geduldiger und smarter. Möglich geworden durch eine neue Sichtweise und einen guten Plan. In meinem Blog philosophiere ich regelmäßig über Börse, Finanzen, passives Einkommen, Wissen und Tun, meine Investments, Aktien und langfristigen Vermögensaufbau.

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